NaturRuh: Neuer Ort der Erinnerung in Gelsenkirchen eröffnet

120 Grabstätten werden inmitten eines natürlich gestalteten Umfeldes mit attraktiver Staudenbepflanzung, Igelhäusern sowie Nistkästen angeboten

Am 23. Mai 2018 eröffnete auf dem Friedhof „Am Stäfflingshof“ in Gelsenkirchen die erste NaturRuh-Anlage Deutschlands. In ihren Grußworten fasst Bezirksbürgermeisterin Marion Thielert ihren Eindruck von NaturRuh wie folgt zusammen: „Die meisten Menschen sehnen sich bereits zu Lebzeiten danach, Zeit in der Natur zu verbringen. Nachvollziehbar ist daher auch der Wunsch, in der Natur die letzte Ruhestätte zu finden. NaturRuh ist die Verbindung einer traurigen Notwenigkeit mit etwas Schönem und Nützlichen“. Das nun erstmals real umgesetzte Grabgestaltungskonzept wurde vom Bund deutscher Friedhofsgärtner (BdF) im Zentralverband Gartenbau e.V. (ZVG) entwickelt.
Geschwungene Wege, die einen barrierefreien Zugang zu den Grabstätten für jeden ermöglichen, eine Teichanlage, Sitzmöglichkeiten unter altem Baumbestand sowie eine ansprechende Staudenbepflanzung sorgen für einen harmonischen Gesamteindruck. Thomas Seppelfricke, Inhaber der Friedhofsgärtnerei Seppelfricke aus Gelsenkirchen, baute die etwa 800m² große NaturRuh-Anlage im Rekordtempo. „Als wir das NaturRuh-Konzept in unserer Friedhofsausschusssitzung im letzten Jahr vorstellten, wurden wir noch während der Sitzung aufgefordert, so schnell wie möglich mit dem Bau zu beginnen. Der Zuspruch hat uns alle überwältigt“, fasst Seppelfricke zusammen. Im Rahmen der Eröffnungsfeier zeigten sich die etwa 60 Gäste, zu denen auch BdF-Vorsitzende Birgit Ehlers-Ascherfeld gehörte, überzeugt: „Nur mit innovativen Ideen wie NaturRuh können wir den Wandel in der Friedhofskultur aktiv und positiv mitgestalten“. Die Initiatorin des NaturRuh-Konzeptes sprach darüber hinaus allen Beteiligten ihren Glückwunsch zur erfolgreichen Umsetzung der ersten Anlage aus.
Bei NaturRuh handelt es sich um ein Beispiel für gärtnerbetreute Grabanlagen. Diese treffen heute mehr denn je den Nerv der Zeit. Denn auch wenn es vielen Hinterbliebenen wichtig ist, ein individuell gestaltetes Grab für die Trauerarbeit aufzusuchen, können oder wollen sie die Grabpflege nicht selbst übernehmen. Bei gärtnerbetreuten Grabanlagen wie NaturRuh wird die Pflege dauerhaft in die Verantwortung von Friedhofsgärtnern gelegt. Die vertragliche Abwicklung als Treuhänder und die Kontrolle der Arbeiten übernimmt die jeweilige regionale friedhofsgärtnerische Dauergrabpflegeorganisation
Der BdF erarbeitete eine Handreichung für Friedhofsgärtner, die Interesse an der Umsetzung eines NaturRuh-Areals haben. Die Handreichung enthält Empfehlungen zu Pflanzenmischungen sowie konkrete Ideen für die Gestaltung. Die Handreichung erhalten alle interessierten Friedhofsgärtner bei ihrem Gartenbau Landesverband. Mehr Informationen zu NaturRuh finden Sie auf der Internetseite www.naturruh.de
Bilder
Eröffnung der Anlage.jpg: Gelsenkirchens Bezirksbürgermeisterin Marion Thielert (rechts) durchschnitt gemeinsam mit Pfarrer Ingo Mattauch (mitte) und Friedhofsgärtner Thomas Seppelfricke (links) das Eröffnungsband.


NaturRuh-Gelsenkirchen.jpg: Auf dem barrierefreien Areal soll nicht nur Platz für die Trauer sein, Besucher sollen auch eine Atmosphäre der Ruhe vorfinden und den Garten als "Ort des Lebens" entdecken.


Grußworte Birgit Ehlers-Ascherfeld.jpg: BdF-Vorsitzende Birgit Ehlers-Ascherfeld bezeichnete die Anlage als Meisterleistung und sprach allen Beteiligten ihre Glückwünsche aus.